finally, everything's falling into place.
back. cheddar, walnüsse, gossip girl, badewanne.
im m29. seit wochen bin ich milde drauf, heute auch. der busfahrer ist bescheuert, wie die meisten busfahrer, aber ich denke nur milde, ts, diese berliner busfahrer aber auch immer, oder so. lauter berlin- und lebensfreundliche gedanken mache ich mir, gelbes herbstlaub, blauer himmel, usw. ein bisschen genervt von meiner langweiligen zufriedenheit suche ich nach sachen, die mich nerven. mir fallen zwei ein. die erste: orchideen. ich steigere mich in einen totalen orchideenhass rein, diese blöden orchideen ständig überall, in den hotels, in den restaurants, in den läden, in den soap-operas, in den sparkassen, wahrscheinlich auch in den speisewagen der deutschen bahn. jeder discounter schmeißt einem die hinterher und alle stellen sich ihre wohnungen mit diesen schrecklichen latte macchiatos der pflanzenwelt voll. früher hatte ich nichts gegen orchideen, ich hatte sogar mal eine, aber wenn ich so nachdenke, gehen die mir echt auf die nerven. zweitens nerven mich gezupfte augenbrauen. ich verstehe nicht, warum so viele frauen ihre augenbrauen zupfen, vor allem, wenn es sich um ganz normale handelt, nicht um so buschige sesamstraßenfigurenbrauen. es tut nicht nur irre weh, sondern sieht meistens auch noch scheiße aus! vor allem, wenn die brauen in so einem wahn gezupft wurden, dass sie nie wieder nachwachsen und dann mit augenbrauenstiften aufgemalt werden müssen - total 90er! aber nicht so schlimm wie orchideen.
vom sehr kurzen spätsommerurlaub mit meinen eltern bleiben bilder (und ein küchenschrank):
mein vater, wie er sich morgens in der winzigen, nicht sehr schönen wohnküche unseres apartments den blutdruck misst. vom fenster aus sieht man das meer, dünen, segelboote und den hafen. "80 zu 105" sagt er. ich habe keine ahnung von blutdrücken, vielleicht sagt er auch 96 zu 178. scheint jedenfalls ein okayer blutdruck zu sein.
spätsommerlicher strand mit vielen alten leuten, kaum kindern. die hohen wellen reißen mich von den beinen und sprudeln mich unter wasser, über wasser. als kind machten sie mir keine angst, mein vater neben mir im unheimlichen meer. mit meinem vater im meer zu sein ist aber nicht mehr wie früher. ich suche ihn nach jeder welle in der schaumigen unruhe - wo ist er? taucht er auf? geht es ihm gut? er lacht und zieht sich die badehose hoch. er schwankt. alles klar? nur die wellen. meine mutter rennt wie ein huhn am ufer rum. sie geht nie schwimmen, behauptet, es nicht zu können, was natürlich völliger blödsinn ist (jahrelang behauptete sie, noch blödsinniger, nicht radfahren zu können). sie bewacht meinen vater im wasser und lässt fotoapparat, geld und autoschlüssel unbewacht am strandkorb. mein vater winkt ihr und sieht glücklich aus. merkt er, dass wir uns sorgen? muss komisch für ihn sein, er hat sich doch immer um uns gesorgt.
die augusthitze ist unaufdringlich, die sonne nicht hell und gelb, sondern irgendwie getönt. ich gehe am wasser entlang, rechts, durch den fkk-abschnitt. man muss sich entscheiden: entweder rechts - fkk, oder links - hunde. im sommer geht man lieber rechts, hundestrände sind anstrengend. ich bin beeindruckt von den nackten körpern der leute und ihrer unbefangenheit, fühle mich irre bekleidet und verklemmt, würde hier aber auf gar keinen fall nackt rumlaufen. 15, 16, 17 years ago ging ich jeden sommer mit meinem walkman an diesem strand spazieren und stellte mir mein noch nicht so richtig gestartetes leben vor, ich an diesem strand mit freund, ich an diesem strand erwachsen.
morgens ist es wie immer, ich bin lange vor meinen eltern auf und weiß nicht, was ich machen soll, bis es frühstück gibt. ich würde zum bäcker fahren und brötchen holen, aber ich traue mich nicht ans steuer des monsters, das mein vater jetzt fährt. niemand traut sich das, weil es groß und schwarz und röhrend ist. die autosituation als negativ seiner körperlichen verfassung, absurderweise in dem urlaub gekauft, in dem er den schlaganfall hatte.
kindheitstage, memories, lange her, boohoo, ich weiß! aber diese 4 tage an der nordsee haben wie nichts jemals zuvor erwachsen! geschrien (unter anderem, weil ich da den ersten küchenschrank meines lebens gekauft und ihn mir auch noch habe schicken lassen - what's next?).
seltsam, wenn sich "das ganze" langsam umdreht, die eltern sich nicht mehr um einen sorgen, sondern man sich um die eltern sorgt. aus schrecken über und opposition zu diesem wohl oder übel geschehenden prozess habe ich ihnen dann die ganze zeit über blödsinnige ratschläge abgerungen, die ich eigentlich gar nicht wollte ("meint ihr, ich sollte...?", "findet ihr, dass...?" usw.).
jemand sollte trotzdem ab und zu nach mir sehen. gerade ist mein 56 oder so jahre alter toaster in meiner hand explodiert und ich wäre fast gestorben! jetzt rieche ich total getoastet.
maiskolben, kartoffelpüree, kräutersoße, hörbuch. sehr zufrieden.
der m29 ist ein toller bus! meine neue strecke. zur stabi ohne umzusteigen. der bus ist irre beliebt, aber zum glück passen viele leute rein, es ist ein doppeldecker. manchmal ist es etwas rummelig, es ist jetzt nicht der allergemütlichste bus. viele familien. die fahrt ist fast zu kurz, um großartig über irgendwas nachzudenken, und meistens bin ich abgelenkt von den leuten und draußen, alles noch ein bisschen neu. der bus hält an einer bibliothek und an einer kirche, die wahnsinnig schön ist und von der ich weiß, dass sie innen hellblau ist. sie sieht gar nicht nach großstadtkirche aus, aber viele kirchen sehen hier nicht so nach großstadtkirche aus.
I order a big hunk of lasagna and you get a house salad because you “already ate.” Excuse me?
oh gott, ich
liebe edmonds bilder! das tollste ist das mit den gelben plastikstühlen.
1 tee + 1 kaffee = zuviel koffein! ich fühle mich wie ein aufziehdings! das kommt echt selten vor! ich weiß gar nicht, wohin mit der ganzen energie! sonst bin ich eher so der slow-going-typ. wegen langsamkeit wurde mir sogar schonmal gekündigt (dabei hatte ich mein BES-TES gegeben!) (in new york natürlich, wo alle den ganzen tag immer nur so total hyper drauf sind).
in meinem kopf befindet sich, ähnlich einem klebrigen, dichten klumpen aus mehreren gekauten karamellbonbons (so storcks riesen oder wie die heißen), den man noch nicht runtergeschluckt hat (zu groß), ein zäher klumpatsch aus identität, ethnizität, religion, authentizität, tradition, kultur und spucke. 1000 euro würde ich demjenigen bezahlen, der ihn für mich verdaute. oder auch 2000.
meine mutter: lass die fenster nachts nicht weit offen stehen! sonst steigt noch jemand ein.
meine schwester: ich wohne im dritten stock! wer soll denn da bitte einsteigen?
meine mutter: äh - fassadenkletterer??!!
meine schwester: fassadenkletterer! du bist ja total verrückt!
meine mutter: tja, bitteschön, wenn du meinst. also, du legst es wirklich drauf an! warum musst du immer so leichtsinnig sein?